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Sunday, 22 November 2009
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Charles Bukowski
(16. August 1920 in Andernach (Deutschland) – 9. März 1994 in Los Angeles)
 
"Über Nutten ließ es sich leicht schreiben, über eine Frau zu schreiben, die einem etwas bedeutete, war viel schwieriger."
 
„Auf dem Küchenfußboden sterben um sieben Uhr früh, wenn andre Menschen Spiegeleier braten, ist nicht so schlimm, außer es passiert dir selbst.“
 
„Ein verfluchter Bulle erwischt mich, weil ich 130 km pro Stunde fahre und betrunken bin. Die Theorie ist die, dass ich nicht weiß, was ich tue und eine Gefahr für die anderen Mitglieder der Gesellschaft bin. Scheiß. Er weiß nicht, was er tut. Er ist ein stumpfer Idiot mit Abzeichen … Es ist eine Höllengesellschaft, wenn sie dir sagen, dass du keine Drogen nehmen sollst, es ihnen aber recht ist, dass du für einen jämmerlichen und lächerlichen Lohn in einer Fabrik zugrunde gehst.“
 
„Als Dichter bin ich nur mir selber verantwortlich … Keiner Politik oder Religion. Wenn ein Mensch beim Schreiben zu viel Ideologie übernimmt, kommt Mist raus. Mit anderen Worten: Ich fordere, dass man an keinen festen Standpunkt gebunden ist. Ich habe kein Interesse daran, die Welt zu retten.“
 
Über seine Kindheit
„Zu Hause ging es dir schlecht. Dann warst du in der Schule, aber da war es nicht besser … Es gab einfach kein Entkommen.“
 
„Die Bibliothek war eine neue Welt, sie zeigte mir andere Menschen. Sie war voller Leben. Sie brachte mein Blut und meinen bedrückten Geist wieder in Bewegung.“
 
Abschlussball
„Da begann ich sie zu hassen … alle …, als sie da so vollkommen tanzten. Die hatten ein sorgenloses, bequemes Leben. Sie hatten reiche Eltern. Die meisten jedenfalls.“
 
„Ich hatte Glück. Mit mir war alles in Ordnung. Es waren die andern, denen etwas fehlte, die keine echte Menschlichkeit besaßen.“
 
Erster Kontakt mit der Pferderennbahn
„Mein Gott, mir kommt das alles ziemlich dumm vor. All diese Menschen! Diese Leute ohne Verstand, die auf einem Haufen zusammenhocken und die Tiere anglotzen, die rund um die Bahn laufen. Ich kapiere das nicht. Vielleicht ist bei mir eine Schraube locker.“
 
„Berühmtheit ist die größte Hure überhaupt.“
 
„Man verliebt sich nicht; davor hütet man sich … Auf die Weise bist du auf jeden Fall sicher.“
 
„Ich glaube, die meisten unserer Frauen sind zu sehr mit Movie-Zeitschriften und Filmen großgeworden, sie haben gelernt, Theater zu spielen, aber mein Kopf will dahin, wo’s einfach Leben gibt.“
 
„Ich habe gerade die unsterbliche Lyrik der Jahrtausende gelesen und mich gelangweilt. Ich weiß nicht, woran es liegt; vielleicht am Wetter. Aber ich spüre eine Menge Angeberei und affiges Getänzel.“
 
"Schlechte Verlierer"

Vorwort
 „Vorsicht ist nur geboten bei der Kombination von Alkohol und Sex. Eins nach dem anderen, den Sex zuerst, das ist das einzig Vernünftige. Wer vorher säuft, macht es dem alten Stengel da unten unnötig schwer. Ich habe die beiden Sachen bis jetzt ganz gut auseinander halten können."
 
"Frauen sind die sagenhafteste Erfindung aller Zeiten ... Ich kann keinem empfehlen, sich mit ihnen näher einzulassen."
 
"Weißt du, irgendwie habe ich mich in meinem Leben immer wie ein Gespenst gefühlt. Ich hatte immer Schwierigkeiten, mit den Leuten klar zu kommen. Ich war für sie immer der miese Knochen, der ständig was Verkehrtes sagt und die Leute unbehaglich macht. Manchmal komme ich mir vor, als würde ich auf dieser Welt nirgends so richtig reingehören."
 
Menschheit
"Je länger er sich die Menschheit vom Leib halten konnte, desto besser fühlte er sich."
 
Paranoia
'Dir ist wohl nicht gut, was? Bist du paranoid?'
'Selbstverständlich. Welcher vernünftige Mensch ist das nicht?'
 
Auf in die Hölle
"Jeder Mensch raste irgendeiner Form von Hölle entgegen, aber ich hatte drei Längen Vorsprung vor allen anderen."
 
Mittellose Freunde
"Also telefonierte ich bei meinen Freunden herum. Und ich bin ein Typ, der nicht gerade viele Freunde hat. Jedenfalls nicht viele, die Toiletten haben. Von Telefon ganz zu schweigen. Die meisten haben gar nichts."
 
Krieg und Frieden
"Ich strippte mich aus meinen Klamotten, seifte mir den Schwanz ein, verankerte meine Zehen im Bettgestell und machte mich krumm. Wie gehabt - es fehlten immer noch 3 Millimeter. Na ja, man konnte nicht alles haben. Ich langte rüber, holte mir das Buch vom Nachttisch, schlug es in der Mitte auf und begann Tolstois 'Krieg und Frieden' zu lesen. 
Es hatte sich nichts geändert. Das Buch war immer noch Scheiße."
 
Schriftsteller
"Schreiben ist kein Beruf, für den du dich entscheiden kannst. Es muss sich für dich entscheiden."
 
Frauen = Spaß, Whisky = Liebe
"Man kann mir meine Weiber ausspannen, aber an meinem Whisky soll sich keiner vergreifen."
 
Depressiver Einsiedler
"Ich hatte einen Selbstmordkomplex und Anfälle von schwerer Depression, ich konnte es nicht in einer Menschenmenge aushalten, und vor allem konnte ich es nicht ertragen, Schlange stehen zu müssen. Und darauf läuft in dieser Gesellschaft bald alles hinaus: Schlange stehen und auf irgendwas warten müssen. Ich hatte Selbstmord mit Gas versucht, aber das war daneben gegangen. Ich hatte aber auch noch ein anderes Problem: morgens aus dem Bett zu kommen. Das Aufstehen war mir schon seit jeher verhasst. Ich pflegte meiner Umgebung immer zu sagen: 'Die beiden größten Erfindungen des Menschen sind das Bett und die Atombombe - das eine hält einen aus allem raus, das andere schafft einen aus allem raus' ... Ja, ich hasste es, morgens aus dem Bett zu müssen. Es bedeutete, dass man wieder anfangen musste zu leben. Und nach einer Nacht im Bett hat man sich eine spezielle Art von Privatsphäre geschaffen, die man nur ungern wieder sausen lässt. Ich war schon immer ein Einsiedler. Ihr müsst entschuldigen - vielleicht habe ich wirklich eine Schraube locker -, aber ich meine, es würde mir nicht das Geringste ausmachen, wenn alle Menschen auf der Welt tot umfallen würden. Stören würde mich daran nur eine Kleinigkeit: dass ich dann auf einen gelegentlichen Schnellfick verzichten müsste. Ja, ich weiß, das ist keine schöne Einstellung von mir. Aber ich wäre so zufrieden wie eine Schnecke. Ich wäre die Ursache für mein Unglück los: meine Mitmenschen."
 
Ärgerliches Sinnieren
"Was konnte einem Denken schon einbringen? Nichts als Trouble."
 
Abschlussworte
"Drinnen in der Bude war ich wieder allein mit mir selbst, und der Wahnsinn bei Tag war nicht anders als der Wahnsinn bei Nacht. Ich ließ mich aufs Bett fallen, legte mich lang, starrte an die Decke und hörte dem verschissenen Regen zu."

"Hollywood"
 
Höflicher Hank
"Ich bin höflich, ich nicke, ich tue so, als würde ich zuhören, weil ich nicht will, dass sich jemand gekränkt fühlt. Eine Schwäche, die mir regelmäßig den größten Verdruss beschert."

Vertrauen
„Ich habe zwei Regeln. Erstens: Trau keinem, der Pfeife raucht. Zweitens: Trau nie einem Mann mit blankgewienerten Schuhen.“
 
Penner, aber tätig!
„Ich fuhr durch die Gegend und achtete kaum darauf, wohin es ging. Irgendwie hatte mir das einen Stich gegeben. Natürlich war ich verkatert und unrasiert und lief ständig in Klamotten herum, die nicht richtig passten. Vielleicht hatten mir auch die ganzen Hungerleiderjahre einfach einen Stempel aufgedrückt. Aber ich fand es unklug, einen Menschen nur so nach dem Äußeren zu beurteilen. Ich hielt mich lieber an das, was einer sagte und tat.“
 
Alkohol
„Alkoholiker wurde man nicht auf die schnelle. Man brauchte mindestens zwanzig Jahre dazu. Ich war es seit fünfundvierzig Jahren und bedauerte keine Minute davon.“
 
Pferderennen
„Bei Wetten auf Favoriten macht man nämlich grundsätzlich Verlust.“
 
„Das Publikum muss grundsätzlich verlieren. Man musste herausfinden, wie die breite Masse wettete, und dann das Gegenteil tun.“
 
„Alle Ergebnisse haben ein Muster. Wenn du das Muster findest, hast du den Fuß in der Tür und kannst deinem Boss sagen, er soll sich den Job hinten reinschieben. Ich hatte es schon mehreren Bossen gesagt, nur um mir dann wieder neue suchen zu müssen.“
 
„Wenn du nur zwei Dollar setzen willst, kannst du gleich zuhause bleiben und dein Geld von einer Tasche in die andere stecken. Andererseits war mein höchster Einsatz 20 Dollar auf Sieg. Übermäßige Gier kann zu Fehlern führen, weil man nicht mehr klar denkt, wenn so viel Geld auf dem Spiel steht.“
 
Lebensweisheiten
„Drei Dinge brauchte der Mensch: Zuversicht, Übung und Glück.“
 
„Manches verliert seinen Reiz, wenn es einem zu nahe kommt.“
 
Filme
„Der Autor ließ ihre Herzen schlagen, gab ihnen was zu sagen, ließ sie leben oder sterben – was immer er wollte. Also, wo blieb der Autor? Wer knipste ihn? Wer applaudierte ihm? Aber es war wie gehabt, und verdammt noch mal, es war auch richtig so: Der Autor war da, wo er hingehörte – er saß in einer dunklen Ecke, als Beobachter am Rande des Geschehens.“
 
„Stell dir vor, du strengst dich an, jemand zu sein, der du nicht bist. Und dann wieder ein anderer zu sein. Und noch einer. Anfangs kann es ja noch aufregend sein, aber nach einer Weile, wenn du Dutzende gemimt hast, fällt es dir vielleicht schwer, dich noch daran zu erinnern, wer du selbst bist. Vor allem, wenn du auch noch deinen Text selber erfinden musst.“
 
„Der Vorspann lief durch. Da war mein Name. Ich war ein Teil von Hollywood, wenn auch nur für einen Augenblick. Ich war schuldig geworden.“
 
Menschen
„Im Allgemeinen hielt ich von meinen Mitmenschen so wenig, dass ich es vorzog, sie gar nicht wahrzunehmen.“
 
„Was für ein Verein sie ['arbeitende Bevölkerung'] waren – vergrätzt und verbiestert und ständig pleite. Sie hatten es eilig, nach Hause zu kommen, zum Fernsehen und einem Fick, falls es sich machen ließ, dann früh zu Bett, um am nächsten Tag wieder dasselbe zu tun.“
 
„Unter Menschen fühle ich mich nicht wohl, und wenn ich genug trinke, scheinen sie sich in Luft aufzulösen.“
 
„Meine Idealvorstellung vom Leben war, den anderen möglichst aus dem Weg zu gehen. Je weniger ich von ihnen sah, desto besser ging es mir.“
 
Tipp
„ ‚Na schön, Mr. Chinaski. Möchten Sie dem italienischen Publikum noch etwas sagen?’
‚Schreit nicht so. Und lest Céline.’ “
 
Schreib oder Schweig!
„Mit einem Mal kam es mir blöde vor, dass man von mir wissen wollte, was ich dachte. Das Beste von einem Autor steht auf dem Papier. Der Rest ist meistens Nonsens.“
 
Selbstmord leasen?
„ ‚Warum hat sie getrunken?’
‚Es war ihr Versteck. Und eine Art Selbstmord auf Raten.’ “
 
Interview
„ ‚Finden Sie, man sollte das Trinken glorifizieren?’
‚Nicht mehr als alles andere.’
‚Ist Trinken eine Krankheit?’
‚Atmen ist eine Krankheit.’
‚Finden Sie Betrunkene nicht ekelhaft?’
‚Doch. Die meisten jedenfalls. Aber Abstinenzler auch.’ “
 
"Ausgeträumt"
 
Richtigstellung
„Tommy war doof, aber er war nicht blöd.“
 
                                                                           Sex        
„Sex, das war doch nur eine Falle. Etwas für Tiere. Ich war zu klug, um auf so was reinzufallen.“
 
Das war wohl nix
„Es war nicht mein Tag. Meine Woche. Mein Monat. Mein Jahr. Mein Leben. Scheiße.“
 
Alles beim alten
„Von draußen hörte ich irgendwo Schüsse, die mir sagten, dass mit der Welt noch alles in Ordnung war.“
 
Ein einziges Warten
„Wusste der Seelendoktor nicht, dass Warten zu den Dingen gehört, die einen in den Wahnsinn treiben? Das ganze Leben bestand doch schon aus Warten.“
 
Hygiene
„Wenn man sich nur vorstellte, wie oft man in einem Leben frische Unterwäsche anzog. Erschreckend. Ekelhaft. Stupid.“
 
Lästiges Leben, entspannender Tod
„Jetzt hörte ich die Sirenen. An dem Tag, wo du sie nicht mehr hörst, kommen sie wegen dir.“
 
Unanhängigkeit
„Na ja, Menschen wurden eben anhänglich. Sobald die Nabelschnur durchschnitten war, hängten sie sich an was anderes.“
 
Irre
„Der größte Teil der Menschheit war plemplem. Und der Rest war entweder verbittert oder schlicht dumm.“
 
Hank ganz philosophisch
„Angenommen, man sagt sich, dass alles sinnlos ist, dann kann es nicht ganz sinnlos sein, weil man sich bewusst ist, dass es sinnlos ist, und dieses Bewusstsein von Sinnlosigkeit gibt ihm fast einen Sinn.“
 
TV
„Den Fernseher knipste ich gar nicht erst an. Wenn man sich schlecht fühlt, wird’s mit dem Scheißding nur noch schlimmer. Ein ödes Gesicht nach dem anderen.“
 
"Der Mann mit der Ledertasche"
 
Überlebenskünstler
"Jeder Idiot kann irgendwie Arbeit finden; nur ein weiser Mann schafft es, sich ohne Arbeit durchzuschlagen. Hier draußen nennt man so was einen Lebenskünstler. Ich möchte es als Lebenskünstler zu etwas bringen."
 
Weniger gleich besser?
"Wenn man überhaupt nichts gelernt hatte und tun konnte, dann wurde man das - Packer, Lagerarbeiter, Mädchen für alles. Ich fand zwei Anzeigen, ging zu zwei Firmen, und beide stellten mich an. Die erste roch nach Arbeit, also nahm ich die zweite."
 
Großer Dieb
"Ich war kein kleiner Dieb. Ich wollte entweder die ganze Welt oder gar nichts."
 
Das Leben im Gefängnis - Nur ein Spiegelbild zum Leben da draußen
"Nach der Zeremonie sagte der Typ zu uns: 'Na also, ihr habt jetzt einen guten Job. Seht zu, dass ihr keine krummen Sachen macht, dann habt ihr für den Rest eures Lebens ausgesorgt.' Ausgesorgt? Das hat man im Gefängnis auch. Mietfreie Unterkunft, keine Nebenkosten, keine Steuerabgaben, keine Unterhaltszahlungen. Keine Autosteuer. Kein Strafzettel. Keine Schwierigkeiten wegen Trunkenheit am Steuer. Keine Verluste auf der Rennbahn. Kostenlose ärztliche Versorgung. Kameradschaft mit Gleichgesinnten. Kirche. Keine Geschlechtskrankheiten. Kostenloses Begräbnis."
 
Irrtum
"Aber die Bezahlung war besser als im Antiquariat. Und ich dachte, ich werde mich schon daran gewöhnen. Ich gewöhnte mich nie daran."
 
Üblicher Trennungsmechanismus
"Als ich zum Weggehen bereit war, fing sie wieder an zu weinen. Ich biss sie ins Ohr, ins rechte, und ging dann mit meinem Zeug die Treppen hinunter. Ich stieg ins Auto und begann langsam die Straßen auf- und abzufahren und hielt nach einem Schild Ausschau mit der Aufschrift 'Zimmer frei'. Es schien mir keineswegs eine ungewöhnliche Tätigkeit."
 
Ein Abenteuer kann man nicht wiederholen
"Wir tranken noch eine Weile weiter, und dann gingen wir ins Bett, aber es war nicht mehr so wie früher, es ist nie so wie früher - etwas stand zwischen uns, allerhand war geschehen ... Wir saßen im Dunkeln und tranken und rauchten Zigaretten, und als wir schlafen gingen, legte ich ihr nicht meine Füße an den Körper, und sie die ihren nicht an meinen Körper, wie wir das früher immer getan hatten. Wir schliefen, ohne uns zu berühren. Wir waren beide beraubt worden."
 
Die Kuckuck-Frage
"'Was zum Kuckuck ist bloß mit diesen Leuten?'
'Was weiß ich. Was zum Kuckuck ist mit den Leuten auf der ganzen Welt?'"
 
Bescheidenheit
"'Was macht ein Mann wie du in einer solchen Umgebung?'
'Das fragen mich alle Mädchen.'
'Das ist hier wirklich ein Drecksloch.'
'Es sorgt dafür, dass ich bescheiden bleibe.'"
 
Frauen - Das Ende aller Dinge
"Eines Tages saß ich zwischen zwei Rennen an der Bar und sah diese Frau. Gott oder irgendwer erschafft dauernd Frauen und wirft sie hinaus auf die Straßen, und die eine hat einen zu dicken Arsch, die andere hat nicht genug Busen, und die hier ist irre, und jene dort ist verrückt, und die ist zu religiös, und die liest im Kaffeesatz, und die hat ihre Fürze nicht unter Kontrolle, und die hat eine lange Nase, und die hat zu dünne Beine ... Doch hin und wieder trifft man eine Frau, in voller Blüte, eine Frau, die aus allen Nähten platzt ... eine Sexbombe, einen Fluch, das Ende aller Dinge."
 
Gefressen und Gefressenwerden
"'Der Ozean', sagte ich, 'sieh in dir nur an da draußen, wie er stampft, wie er ans Ufer kriecht und wieder zurückweicht. Und unter ihm all die Fische, die armen Fische, die sich bekämpfen und sich auffressen. Wir sind wie diese Fische, nur dass wir hier oben sind.'"
 
Das Leben eines Sklaven
"Nun, wie die Jungs sagten: man musste schließlich irgendwo arbeiten. Und so akzeptierten sie, was sie hatten. Das war die Weisheit der Sklaven."
 
Abschlussworte
"Sie brachten mich zurück, und er ging mit ihr. Ich ging durch die Tür, verabschiedete mich, machte das Radio an, fand eine halbe Flasche Scotch, trank sie leer, lachte, fühlte mich wohl, endlich konnte ich mich entspannen, war frei, verbrannte mir die Finger an kurzen Zigarettenstummeln, ging schließlich Richtung Bett, kam bis zur Bettkante, stolperte, fiel hin, fiel quer über die Matratze, schlief, schlief, schlief ... Am nächsten Morgen war die Nacht vorbei, und ich war noch am Leben. Vielleicht schreibe ich einen Roman, dachte ich. Und dann schrieb ich ihn."

"Das Leben und Sterben im Uncle Sam Hotel"
 
Gedichte
"Und was noch schlimmer war - er schrieb Gedichte, die sich reimten."
 
Wortkarg
"Und wenn ich nüchtern bin, weiß ich nichts zu sagen."

"Aufzeichnungen eines Außenseiters"
 
Das Leben ein Kartenspiel
‚Das Ganze ist ein großes Kartenspiel. Wenn du mitmischen willst, musst du halt nehmen, was ausgeteilt wird.’
 
Langweilig
„Die Bücher der so genannten Großen sind so elend langweilig; Shakespeare eingeschlossen.“
 
Wahnsinn
„Es gibt Augenblicke, wo der Wahnsinn so real und selbstverständlich wird, dass es schon kein Wahnsinn mehr ist.“
 
Frozen Man Syndrom
„Es äußert sich als innere Verhärtung und Stasis, als völliges Einfrieren der Lebensenergie, als totale innere Vereisung.“
 
Realistische Prognose
„Und das ist auch alles, was von uns eines Tages übrig bleiben wird: sinnlose, blutende Löcher in der Nacht.“
 
Bukowskis Briefe
 
An E. V. Griffith (Verleger)
10. August 1959
„Tja, viel mehr gibt’s nichts zu berichten – mit den Pferden habe ich eher Pech, die Frauen trampeln auf mir herum, die Miete ist fällig, aber wie gesagt, ich lebe noch und trinke Bier. Deine Postkarte hat mich gefreut. Vergiss nicht, mich an den Galgen zu wünschen. Danke.“
 
An John William Corrington (Dichter, Kritiker, später auch Romanautor)
8. Juni 1961
“Natürlich muss man sich für eine Verhaftung wegen Trunkenheit nicht schämen, so wenig sich ein Mörder schämen muss, wenn er den Richtigen erwischt hat, und scheiß auf Schuld und Sühne. Das Schlimme daran ist, dass es mich meinen Job kosten kann, und ich habe keinen Beruf gelernt; der Job als solcher bedeutet mir natürlich nichts, aber er sorgt dafür, dass ich atmen und essen kann; um das eine oder andere Gedicht zu schreiben.“
 
3. Dezember 1961
„Du kannst auf den Tod pissen und ihn vergessen, bis er dich findet. Das tun die meisten. Deshalb flennen sie bei Beerdigungen.“
 
27. Mai 1962
„Unser eigener Tod wird mal am leichtesten sein; was wir nicht ertragen können, ist das Sterben von anderen; und es kommen zu sehen.“
 
An John Webb (Verleger)
4. September 1962
„Kneipen-Monologe. Anti-lyrisch und anti-melodisch. Prompt hagelte es Ablehnungen. Aber die machten keinen Eindruck auf mich. Denn ich hatte in jeder Zeile das Gefühl, etwas redend auf den Punkt zu bringen. Nicht für andere, sondern für mich. Heute kann ich nur noch wenig lesen, ob Gedichte oder sonst was.“
 
28. September 1962
„Ich will, und das ist mein Business, den freien Umgang mit Wort und Idee. Denn, um mal komplett zickig zu sein: Ich weiß, dass ich auf Erden nur eine Runde zu drehen kriege, und die will ich mir nicht noch künstlich erschweren.“
 
15. Oktober 1962
„Trotzdem existiert kein Wille zum Selbstmord. Ich neige dazu, in der Randzone rumzuhängen, um zu sehen, was für seltsame Pannen mir die Götter noch aufhalsen werden.“
 
An Ann Bauman
Ende November 1962
„Kafka war ein gottverdammter kleiner Angestellter, der ein gottverdammt mickriges Leben hatte und darüber schrieb – Kafka ist alles.“
 
An John William Corrington
14. Januar 1963
“Die Ehe funktionierte nicht. Sie brauchte drei Jahre, um dahinter zu kommen, dass ich nicht war, was sie sich erhofft hatte. Ich war asozial und ungehobelt; ich trank, ging nicht in die Kirche, wettete auf Pferde, redete im Suff ordinäres Zeug, wollte nirgends mit ihr hin, rasierte mich schlampig, hatte nichts übrig für ihre Bilder und ihre Familie, blieb manchmal zwei oder drei Tage im Bett, usw.“
 
19. Februar 1963
„Ich finde, der Fremde von Camus hat mehr Mut bewiesen als der Hemingway-Held, denn er hatte den Mut, sich mit allem abzufinden, statt dagegen aufzubegehren.“
 
An Ann Bauman
Mitte März 1963
„Ich sage mir immer, dass ich für eine Frau sowieso nicht gut bin, und alles, womit ich sie vor mir bewahren kann, ist nur zu ihrem Besten.“
 
An John William Corrington
1. Mai 1963
„Was Gestapos angeht, die hat es immer gegeben; und wer an der Macht ist, schafft sich seine eigene, nur gibt er ihre eine unverfängliche Bezeichnung wie Federal Bureau of Investigation.“
 
An Ann Bauman
2. Mai 1963
„Ich bin nicht so gut am Telefon, oder mit Reden überhaupt, ich gebe ein bisschen was von mir, zögernd und langweilig, und Beschämung und mangelnder Mut und mangelnde Fähigkeit und sonstige Mängel verhindern, dass ich ausdrücke, was ich sollte; und wenn ich den Hörer auflege, habe ich immer das Gefühl, versagt zu haben.“
 
An Jon und Louise Webb
1. Juli 1963
„Ich lasse sie ihre kostbaren kleinen Wortgefechte gewinnen, weil ich für so was nichts übrig habe; trotzdem finde ich es ein bisschen eklig, wie stolz andere auf ihren Verstand sind; dauernd wollen sie dich damit aufspießen, als wär’s ein Schwert, immer nur reden reden reden. Kapieren die nicht, dass es schlicht und ergreifend angenehm sein kann, in einem Zimmer zu sitzen und ein Bier zu trinken und nicht viel zu sagen; die Welt draußen spüren, dasitzen und ausruhen.“
 
An John William Corrington
28. August 1963
“Große Männer warten nicht auf den Staat. Sie ignorieren ihn oder machen sich ihren eigenen, passend zu ihren Leidenschaften.“
 
An Jon und Louise Webb
17. Oktober 1963
„Erinnert ihr euch an mein Gedicht von dem Mann, der ein Loch gräbt, bis er drin verschwindet? Als sie ihn nach dem Grund fragen, sagt er es ihnen nicht und fertigt sie mit einem Lächeln ab. Er weiß, dass sie es nicht verstehen würden. Er weiß, dass er voll aus dem Rahmen fällt. Außenseiter des Jahres. Außenseiter der Welt. Auch ich habe dazugelernt und erkläre nichts mehr…Dauerhafte Sachen sind eh nicht so gefragt. Sondern Abfallprodukte und Nonsens und Gequassel.“
 
An John William Corrington
18. Oktober 1963
“Weißt du, ich rede wie ein Anfänger. Ich kann zu dem Gedanken in meinem Kopf nicht die nötigen Verrenkungen der Zunge machen, damit es die Luft in die richtigen Schwingungen versetzt.“
 
An Ruth Wantling
11. September 1965
„Wir krepieren zentimeterweise, gehäckselt vom Minutenzeiger der Uhr, und ich sehe immer wieder auf diese Uhr an der Wand und denke – All die Minuten, die ich verflucht noch mal für mich haben könnte! Und die weg sind und unwiederbringlich futsch.“
 
An William Wantling
9. März 1966
„Ich würde in meinem Tod, der demnächst fällig ist, nichts Trauriges oder Tragisches sehen; nur die Beseitigung von Müll und das Verschwinden einer Keuchhustenstimme, die zuviel redet und zu wenig sagt.“
 
An Douglas Blazek (Herausgeber eines Magazins)
6. April 1966
„Ich hatte ihnen mal einen langen Brief geschrieben, in dem ich ihnen klarzumachen versuchte, dass man Städte generell vergessen kann, weil Scheiße sich überall ausbreitet, wo Menschen leben.“
 
An Joseph Conte (Herausgeber eines Pferderennsport-Magazins)
27. Juni 1966
„Artaud ist einer der wenigen Autoren, zu denen ich aufschaue. Artaud, Dostojewski, Céline. Lies Céline, Joe; der Bursche hat ihnen ins Gesicht gelacht, als sie ihn schon halb umgebracht hatten.“
 
An Thomas Livingstone
26. Februar 1968
„Ich bin leicht zu verstehen. Obwohl ich mich selber nicht verstehe.“
 
An Carl Weissner (sein deutscher Übersetzer)
27. Februar 1968
„Ich lese nicht vor Publikum und habe es auch nicht vor, es sei denn, es macht den Unterschied zwischen Verhungern in der Gosse und Verhungern in der Besenkammer. Ich ziehe es vor, in einer Besenkammer zu verhungern.“
 
Anfang Mai 1968
„Wenige Männer können es auf sechs Ficks pro Nacht bringen. Zwanzig sind einfach unmöglich.“
 
An Jon und Louise Webb
15. Juni 1968
„Und was Hemingway angeht – ich will kein Hemingway sein, und mit den Künstlern und Schriftstellern meiner Zeit will ich schon gar nicht verkehren. Lasst mich bloß in Ruhe. Ich bin so schon durchgedreht genug.“
 
An Neeli Cherry (erster Bukowski Biograph)
10. Mai 1970
„Kein Zweifel, seit der Flucht aus dem Postamt habe ich mehr Zeit und Energie. Nur ist es manchmal schwer, 24 Stunden am Tag mit meinen Gedanken allein zu sein. Ein Job hält einen eben vom Nachdenken ab.“
 
18. Juni 1970
„Die schönste Frau ist die, die an deinem Fenster vorbeigeht und sich in Luft auflöst.“
 
1. September 1970
„Mann, im Postamt war’s gar nicht so schlecht. Ich dachte, ein Leben als Schriftsteller wäre das einzig Wahre. Dabei ist es schlicht die Hölle. Ich bin bloß ein billiger winselnder Sklave.“
 
An John Martin (brachte seinen ersten Roman „Der Mann und die Ledertasche“ heraus)
7. September 1970
„Und dann spielte ich den Dummen. Eine vertraute Rolle.“
 
An Carl Weissner
21. September 1970
„Ich schreibe besser, wenn ich ein paar Dollar in der Tasche habe. Ich schreibe nicht wegen des Geldes, sondern ich will Geld haben, damit ich weiter schreiben kann.“
 
An die King Sisters
30. Oktober 1970
„Aber eigentlich gibt’s nur eins, was noch unberechenbarer als ein Rennpferd ist – eine Frau. Auf beide sollte man nicht wetten. Es sei denn, man möchte sich verscheißern lassen – während die reelle Notierung 100:1 sein müsste.“
 
An Patricia Connell (Stewardess)
8. August 1972
“Meine Einflüsse sind Céline, Dostojewski, Kafka, klassische Musik und ich selbst, das Wunder der Weiblichkeit und die generellen Fährnisse des Lebens.”
 
18. September 1972
„Wahrscheinlich wirst du mich zum Kotzen finden, wenn wir uns begegnen. Ich kann mich nicht gut unterhalten und bin ein recht langweiliger Zeitgenosse.“
 
An Carl Weissner
7. November 1974
„Eines Morgens wache ich verkatert auf und muss würgen. Ich rufe die Dame vom Empfang an: ‚Passen Sie auf, ich habe eine Beschwerde. Ich wache hier jeden Morgen verkatert auf, und das erste, was ich mir ansehen muss, ist die amerikanische Fahne da draußen. Lässt sich das nicht ändern?’…Carl, sie haben die Fahne nicht für mich eingeholt.“
 
An Hank Malone
27. Juni 1978
„Leute loswerden ist viel wichtiger als welche finden.“
 
An William Packard (Redakteur)
Ende Juni 1979
„Interessant bleiben ist viel schwerer als interessant werden.“
 
An Carl Weissner
9. November 1979
„San Pedro und Mannheim sind meine beiden Lieblingsstädte.“
 
An John Martin
14. Juni 1980
„Die Welt ist voll von einsamen Herzen, und die sind voller Gift. Ich habe mich noch nie einsam gefühlt. Die schönsten Augenblicke meines Lebens waren immer die, wenn ich eine Tür hinter mir zumachen und allein sein konnte.“
 
An Carl Weissner
10. Oktober 1980
„Im Bett gelegen und Rousseau gelesen. Sein Sinn für Einsamkeit hat mir gefallen, aber ohne Gott ging’s dann doch nicht. Also, man sieht: Ganz allein hat er´s nicht gebracht.“
 
An Louise Webb
9. Januar 1981
„Ich lebe endlich mit einer Frau zusammen, die keine Nutte ist. Sie glaubt an was Höheres, aber das tun ja die meisten Frauen. Lässt sich nicht ändern. Ist auch ihre Angelegenheit.“
 
An John Martin
4. Februar 1981
„Wenn meine Schreibe was taugt, dann deshalb, weil sie ungeschliffen ist und nicht gebildet und literarisch wirken will.“
 
An Carl Weissner
23. Februar 1981
„Frauen sind ständig am Bohren. Immer wollen sie noch mehr. Männer wissen es besser: Es gibt nicht mehr.“
 
An John Martin
16. April 1981
„Wenn einer was taugt, bewährt er sich am besten dadurch, dass er seine Probleme mit sich alleine abmacht.“
 
An Carl Weissner
22. April 1981
„‚Du hast deine Schriftstellerei, aber mich engst du ein. Ich geh gern ins Kino, ich hab gern Menschen um mich, und du kannst beides nicht ausstehen. Wenn´s nach mir ginge, wär ich jeden Abend im Kino. Ich will mich finden, ich will unter Leute, ich will SPASS!’ Das kommt mir bekannt vor. Wie oft habe ich das schon gehört. Wenn sie so anfangen, ist es schon aus. Man kann sie nur noch ziehen lassen. Hinaus in die Welt, die sie so lieben; damit sie sich finden, emanzipieren und selbstverwirklichen können. Was ja auch sein muss. Weiß Gott, wie viele ich schon in die Freiheit entlassen habe.“
 
An William Packard
13. Juli 1984
„So etwas wie einen bescheidenen Autor gibt es praktisch nicht.“
 
An John Martin
11. Dezember 1985
„Ich bedaure einiges in meinem Leben; mal mehr, mal weniger. Aber, auch wenn es sehr gewagt klingt – ich bin noch keinem begegnet, der ich gern gewesen wäre. Das mag Verblendung sein, aber es ist eine, zu der ich mir gratuliere.“
 
An Marc Smirnoff
18. März 1992
„Und dass 3 gute Gedichte über Scheiß besser sind als 3 beschissene Gedichte über etwas angeblich Höheres.“
 
„Flinke Killer“

„Es gibt so viele Tage, wo das Leben stehen bleibt und müde wird, dasitzt und wartet wie ein Zug auf dem Nebengleis.“
 
„Ich sehe mir die Leute an, aber sie sind alle beschäftigt mit Dingen, die ein Spinner wie ich für Unfug hält: Ein Haus abstottern, von da nach dort kommen, Geld verdienen und darüber reden.“
 
„Manche Leute drehen nie durch. Was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen.“
 
„Die Jüngeren sehen sich um und schreien nach einer besseren Welt, wie es die Jungen immer getan haben – und dann wurden sie alt und haben das gleiche Scheißspiel mitgemacht.“
 
„Die Ängste in der Nacht: Angst, dass man nie mehr mit einem jungen Girl schlafen wird, das noch nie von Rimbaud gehört hat.“
 
„Ich will nicht die ganze weiße Rasse vernichten, nur einen kleinen Teil davon: mich.“
 
„Was macht ein Kerl wie du in so einer Bruchbude? Ich bin Dichter, sagte ich. Sie warf ihren sagenhaften Kopf zurück und lachte. Du? Ein Dichter? Naja, hast ja recht, sagte ich. Schätze, du hast recht.“
 
„War abgeblitzt bei einem Dutzend Frauen. Bei 35 Zeitschriften und einem halben Dutzend Arbeitsvermittlungen. Was aber nicht heißen soll, dass er ein verkanntes Genie war.“
 
„Aber ehrlich, wer wird schon ein Gedicht, das den Namen verdient, in einer Literaturzeitschrift suchen?“
 
„Männer, die vor zehn Meter breiten Fenstern stehen und nichts sehen; Männer, die mit Luxusjachten um die Welt segeln können, ohne dass sich ihr Horizont um einen Millimeter erweitert.“
 
„Ich war schon um neun ins Bett gegangen, hatte das Licht ausgemacht und die Decke hochgezogen … Ihre Ausgelassenheit, ihre Fröhlichkeit, ihr Geschrei, ihre Papierhüte, ihre Autos, ihre Frauen, ihre amateurhaften Besäufnisse … In der Sylvesternacht packt mich immer das Grausen.“
 
„Roter Mercedes“ (Gedichte)

„Wir haben nur uns selbst. Das reicht auch …“
 
„Was ist das bloß für ein Schriftsteller, der einer Frau sein Zeug vorliest? Das tut ja weh …“
 
Katzen
„Sie sitzen da und schauen in die Nacht. Hier haben wir die Macht der Vernunft.“
 
„Wenn ein Nichtsnutz das Gegenteil von diesem Mistkerl ist, dann will ich genau das sein.“
 
„Eigentlich ist ihr Leben langweilig und ganz alltäglich, aber das sind die meisten; meines auch, außer wenn es der Whiskey beflügelt.“
 
„Draußen rauscht der Verkehr rauf und runter, runter und rauf, ein zielloses Geschiebe.“
 
„Seine Vorstellung von Sieg ist möglichst vielen Damen den Slip auszuziehen.“
 
„Es war einer dieser Augenblicke im Leben wo nichts verloren ist, weil man erst gar nichts gefunden hat. Sie zog sich an, und es war ein trauriges Gefühl für ihn, nicht wegen ihm und ihr sondern weil es Millionen wie sie und ihn gab. Draußen zuckten die Neonreklamen. Alles so mühelos verlogen.“
 
„Jetzt ist es nur noch ein Weitermachen, egal wie – das Essen kauen, die Zeitung lesen. Wir lesen von uns. Die Nachrichten sind schlecht. Etwas über NICHTS.“
 
„Oder dass wir zu abgestumpft sind um wahnsinnig zu werden.“
 
„‚Hey, wie findest du das von Humm dass er deinem Girl an den Arsch geht?’
‚Bloß noch so’n Kerl, der keinen Geschmack hat’, antwortete ich.“
 
„Der Mut, dachte ich, mit dem wir jeden Morgen aufstehen, um wieder und wieder dasselbe auf uns zu nehmen, ist schon enorm.“
 
„Doch Schopenhauers Wutausbruch war so herrlich treffend, dass ich laut herauslachte. Dann legte ich ihn ab neben Nietzsche der auch nur allzu menschlich war.“
 
„Sie war nicht besonders interessant, aber das sind ja die wenigsten.“
 
„Dann kommt der große friedliche Augenblick wo du alleine dasitzt und dir in Ruhe einen Drink eingießt. Die Welt ist besser ohne die anderen. Pflanzen und Tiere, das sind die einzig wahren Gefährten.“
 
„Den verdammten Katzen ist alles völlig schnurz und wenn es nicht so wäre, hätte ich sie nicht mehr so gern: Was sich menschlichem Verhalten annähert, verliert seinen natürlichen Wert.“
 
„Es gibt wirklich allerhand einsame Menschen, die abends nicht viel mit sich anzufangen wissen.“
 
„Der Einstieg ins große Geschäft ist manchmal genauso schwer, als würde man versuchen, in einem Tornado einen hochzukriegen – und selbst wenn man es schafft, hat niemand die Zeit zum Hinschauen.“
 
„Trinken ohne Rauchen ist wie Schwanz ohne Pussy.“
 
„In einem billigen Zimmer in einer fremden Stadt aufzuwachen und das Rollo hochzuschieben – das gab mir eine ganz verrückte Zufriedenheit; und über die Dielen zu einer alten Kommode mit einem gesprungenen Spiegel zu gehen – mich darin zu sehen, hässlich, und über alles zu grinsen. Das Entscheidende ist wie gut man durchs Feuer geht.“
 
„Die Girls im grünen Hotel“ (Gedichte)

„Ein Kranich kann sich keine Fotze kaufen oder sich aufhängen, um Mittag, in Monterey. Das sind so Dinge die Menschen tun können, außer auf einem Bein stehn.“
 
„Pacific Telephone“ (Gedichte)

„Eines Tages fiel sie einfach in ihre Muschi rein und verschwand. Es war, als würde ein Wecker in den Grand Canyon fallen. Es schepperte und rasselte und klingelte, und dann sah und hörte ich nichts mehr.“
 
„‚Ich liebe dich!’ sagte sie. ‚Danke’, sagte ich. ‚Ist das alles was du zu sagen hast?’ ‚Ja.’ ‚Friss Scheiße!’ sagte sie und legte auf. So schnell vertrocknet die Liebe … sogar noch schneller als dein Saft.“
 
„Ich war darauf eingestellt, allein zu sterben, in einem kleinen Zimmer, und jetzt versuchte sie meinen Lebensplan umzukrempeln.“
 
„Niemand hat soviel Seele, dass er gegen die Nerven ankommt. Aber das konnte ich ihr nicht sagen. Sie wollte ein Baby. So eine Scheiße.“
 
„Sie wusste, was sie wollte – mich jedenfalls nicht. Von der Sorte kenne ich mehr als von jeder anderen.“
 
„Eine alte Kanone sitzt im Park, verrostet und unbrauchbar … Sie machen mich krank, wie sie da auf den Tod warten mit der Gleichmut von Verkehrsampeln. Das sind die Leute, die jeder Reklame glauben; das sind die Leute, die ihr Gebiss auf Raten kaufen; das sind die Leute, die jeden Festtag feiern; das sind die Leute, die Enkelkinder haben; das sind die Leute, die zur Wahl gehen; das sind die Leute, die keine Beerdigung auslassen. Sie sind die Toten, der Smog, der Gestank in der Luft, die Aussätzigen. Sie sind, letzten Endes, fast die ganze Menschheit. Die Möwen da draußen sind mehr wert, die Algen, der dreckige Sand. Wenn ich diese alte Kanone reparieren und auf sie richten könnte – ich würde es tun. Sie machen mich krank.“
 
„Die letzte Generation“ (Gedichte)

„Der Hund sprang an mir hoch, er wusste, dass ich fortging, ich knuddelte ihn und er sabberte mir das Gesicht voll. Ach Scheiße.“
 
„Dann die Stimme des Ansagers: ‚Ladies and Gentleman, die Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika!’ Wir standen alle auf. Die Fahne ging hoch. Wir setzten uns wieder. Manchmal ist es auf dem Rennplatz noch schlimmer als im Knast.“
 
„Es wurde eine denkwürdige Nacht. Wenn man sich dem Tod nicht in den Weg stellt, macht er sich nur breit, also stand ich immer auf und lief herum, stellte das Radio an und aus, betätigte ab und zu die Klosettspülung, drehte sämtliche Wasserhähne auf und wieder zu, knipste die Lichter an und aus, legte mich wieder ins Bett und ruhte mich aus, aber nicht zu lange … stand wieder auf, trank einen Schluck Leitungswasser, setzte mich auf einen Stuhl, holte eine Handvoll Münzen aus der Tasche und zählte sie: 23, 26, 27 Cents … so machte ich weiter, Wasserhähne auf und zu, Lichter an und aus, Münzen zählen, und einmal fand ich es sogar sinnvoll, einen Schuh parallel neben den anderen zu stellen …“
 
„Ich taugte nicht für einen Kampf mit Frauen, ich war zu ernst …“
 
„An diesem HEISSEN Abend in diesem HEISSEN Zimmer, wo ich an Zigaretten ziehe und zu FAUL bin zum PISSEN, ist es zu spät für SORGEN, wir haben nicht einmal genug PHANTASIE um zu SCHREIEN.“
 
„Rätsel“ – Vielleicht Bukowskis bestes Gedicht überhaupt:
 
Mein Nachbar ist ein netter Mensch, aber er
gibt mir nichts als Rätsel auf:
er steht in aller Herrgottsfrühe auf
und geht zur Arbeit
seine Frau arbeitet auch
sie haben zwei reizende Kinder;
am Abend kommt er nach Hause
manchmal sehe ich die Kinder und
kurz auch mal die Frau;
spätestens um neun sind im ganzen Haus
die Lichter aus.
So geht das, Tag für Tag.
Er ist Anfang dreißig und
scheint ein ganz intelligenter
Mensch zu sein.
Ich sehe nur eine Erklärung:
seine Arbeit
macht ihm Spaß
und er glaubt
an Gott
Sex
und Familie.
 
Ich weiß nicht warum
aber ich erwarte dauernd
dass da drüben plötzlich Fensterscheiben klirren
und dass ich Schreie höre, unflätige Ausdrücke;
dass um drei Uhr früh das Licht angeht
und Flaschen durch die Gegend fliegen;
doch seit fünf Jahren
ist sein Tagesablauf
immer der gleiche.
 
Deshalb sorge ich
an seiner Stelle für
diese anderen Dinge
für die seine Frau anscheinend
nichts übrig hat:
„Hank, ich hätte schon so oft
die Polizei rufen können
aber ich hab es nicht
getan.“
 
Manchmal möchte ich
denen die Polizei auf den
Hals hetzen.
Aber ich glaube nicht
dass die Jungs meine Beschwerde
verstehen würden.
 
Sie würden dastehen
in Dunkelblau, mit weißen Gesichtern
während das Blaulicht rotiert:
 
„Sir, was diese
Leute tun
ist nicht
verboten …“
 
„Wir schluckten die Pillen und redeten stunden- und tagelang und er nahm alles auf Band auf, größtenteils wertloses Gelaber, das meiste von mir.“
 
„Nichts geht, wie es soll, es geht immer, wie es muss.“
 
„Irgendwann kam ich darauf: Die Wahrheit ist das Wichtigste was es gibt, weil sie so selten ausgesprochen wird und wenn man sie hört, ist man so verblüfft, dass man lachen muss. Wenn man dagegen witzig sein will, treibt man die Wahrheit oft auf die Spitze und das ist dann gar nicht mehr zum Lachen …“
 
„In den Südstaaten, in öden Städten stand ich betrunken vor gesprungenen Badezimmerspiegeln und hielt mir grinsend ein Küchenmesser an die Halsschlagader. Dort begriff ich zum ersten Mal, dass Theatralik ein prima Ersatz für Handeln ist: der Unterschied zwischen Handeln und So-tun-als-ob schrumpft auf die hauchdünne Linie einer Wahl zwischen nichts und wieder nichts … ich halte mir heute nicht mehr das Küchenmesser an die Halsschlagader – das Ende kommt allmählich ganz von selbst.“
 
„Nicht mit sechzig, Honey“ (Gedichte)

„Wir standen da. Na ja, dachte ich, ich seh bestimmt auch schlecht aus. Natürlich habe ich schon immer schlecht ausgesehen.“
 
„Aber die Zeit ist ja nur zum Verplempern da. Ich habe drei Fernseher, und auf keinem kommt was.“
 
„‚Sieh dir den alten Kerl an’, sagte ein süßes Ding mit braunen Augen zu einem süßen Ding mit blassgrünen Augen, ‚der ist total verkorkst …’ Endlich, die Wahrheit.“
 
„Lies. Lies ihnen vor und trink Wein. Lass die jungen Girls davon träumen wie sie dir die Seele aus dem Schwanz lutschen. Lies.“
 
„Ich ging ins Schlafzimmer, legte mich hin und starrte an die Decke. Na, sagte ich mir, ich könnte onanieren oder fernsehen, und außerdem gibt es noch Selbstmord. Onaniert hatte ich an diesem Tag schon zweimal, also blieben noch zwei Dinge übrig und da ich ein dicker wehleidiger Baby-Arsch war, stellte ich den Fernseher an.“
 
„Heute nach Paris zu gehen, um Kunst zu machen, wäre ungefähr dasselbe als würde man rumsitzen und darauf warten dass ein Schmetterling furzt.“
 
„Wenn ich zu krank bin um etwas zu trinken, dann bin ich wirklich krank.“
 
„Als wir uns kennen lernten, sagte sie: ‚Du bist mein Weiser!’ Aber wie gesagt, das war vor 3 oder 4 Jahren. Und ich sagte ihr jedes Mal: ‚Ich bin kein Weiser.’ Jetzt ist auch das geklärt.“
 
„Ich denke an verflossene Freundinnen oder wie ich neue finden soll, aber das ist soviel Arbeit. Man findet eine, sie hält sich zehn oder fünfzehn Monate, dann schlittert sie in den nächsten Wahnsinn. Außerdem kommt einem mit der Zeit der Gedanke: ‚Vielleicht liegt es an mir. Ich hätte garantiert keine Lust Abend für Abend mit einem wie mir herumzusitzen …’“
 
„Dauernd lerne ich umtriebige Frauen kennen, sie machen Abendkurse in Bildhauerei, Ballett, Theater usw., haben für alles Verständnis und werfen sich auf Kunst und die Menschheit in beinahe jeder Form. Ihr Telefon ist stundenlang besetzt, sie müssen jeden Monat eine unglaubliche Telefonrechnung haben, sie schwatzen mit neuen Freundinnen oder alten Freunden … Ich weiß nicht, was ich diesen geselligen Frauen antworten soll. Meine Begeisterung für die Massen habe ich schon mit vier Jahren verloren.“
 
„Ich gebe ihnen mehr als sie wollen. Sie wollen mir das Blut aussaugen, ich gebe ihnen Eiter. Sie gehen.“
 
„Hier, wo uns der Mais- und Bohneneintopf schmeckt und Mordszenen auf unserem Bildschirm sprießen, werde ich diese zwei Flaschen Bier austrinken und bald danach schlafen. Ich habe das hier zu Ende geschrieben und damit ist es erledigt: Ein Stück Literaturgeschichte.“
 
„Aber ich war kein Revoluzzer, ich wollte nicht die ganze Menschheit retten, nur meinen Arsch: Ich dachte das sei nicht so anstrengend …“
 
„Muss nirgends hin, habe nichts zu tun – ein herrliches Gefühl.“
 
„Er denkt, ich bin ein Genie, sagte ich. Bist du eins? fragte sie als wir ins Schlafzimmer kamen. Wenn ich es schaffe, ihn loszuwerden, dann bin ich eins.“
 
„Im Zubettgehen war ich besser als jeder andere.“
 
„Sie war gebaut wie ein MG-Turm aus dem Ersten Weltkrieg. Als sie den Mund aufmachte, ratterte es heraus wie Leuchtspurmunition.“
 
„Wenn man mitten in der Nacht pissen geht, ist es schön, wenn man überhaupt wahrgenommen wird.“
 
„Dann wurde mir etwas bewusst: Jede Frau – ob es eine ehemalige Freundin war oder eine neue – bedeutete nur noch mehr von dem wovor ich gerade geflüchtet war.“
 
„Hot Water Music“ (Erzählungen)
 
„‚Jorg’, sagte sie, ‚was mach ich, wenn du mal stirbst?’
‚Na was wohl? Essen, schlafen, ficken, pissen, scheißen, dich anziehen, rumlaufen und nörgeln.’“
 
„Naja, wir haben alle unsere Macken. Was soll’s. Muschi und Arschbacken bleiben sich immer gleich. Man kann nicht mehr daraus machen.“
 
„Lass einem Mann seine vier Wände, und er hat noch eine Chance. Wenn man erst mal auf der Straße sitzt, ist nichts mehr zu machen.“
 
„‚Was raten Sie jungen Autoren?’
‚Trinken, ficken und ne Menge Zigaretten rauchen.’
‚Was raten Sie älteren Autoren?’
‚Wer so lange überlebt hat, braucht keinen Rat mehr.’“
 
„‚Stinkt ja nach Tod.’
‚Der Tod stinkt nicht … Stinken tun nur die Lebenden. Und die Sterbenden und die Leichen. Der Tod stinkt nicht.“
 
„‚Sie sehen nicht aus wie ein Schriftsteller.’
‚Dafür bin ich dankbar.’
‚Genaugenommen sehen Sie nicht mal danach aus, als könnten Sie überhaupt irgendetwas …’
‚Gibt allerhand, was ich nicht kann.’“
 
„Liebe ist so eine übersteigerte Vorstellung. Man liebt, was man braucht; man liebt, was einem ein gutes Gefühl gibt; man liebt, was sich grade so ergibt. Wie kannst du sagen, dass du eine bestimmte Person liebst, wenn es auf der Welt zehntausend gibt, für die du noch mehr übrig hättest, wenn du ihnen je begegnen würdest? Nur lernst du sie eben nie kennen … Uns muss klar sein, dass Liebe nur das Ergebnis einer Zufallsbegegnung ist. Die meisten machen zuviel daraus.“
 
„Wie sah ein Perverser aus? Antwort: Wie jeder andere Mensch – bis man ihm sagt, dass er einer ist.“
 
„Wenn ein Mann wahnsinnig wurde, dann wegen Kleinigkeiten.“
 
„Die Jesus-Freaks, die vom Ende der Welt redeten, wirkten mit jedem Tag vernünftiger.“
 
„So kriegten sie einen dran – sie gaben einem gerade so viel, dass es zum Leben reichte, aber nie genug, dass man allem entrinnen konnte.“
 
„Ich finde an Krieg nichts auszusetzen … Wenn man in ein Taxi steigt, ist es Krieg. Wenn man sich ein Brot kauft, ist es Krieg. Wenn man sich eine Nutte leistet, ist es Krieg. Aber manchmal brauch ich eben Brot und Taxis und Nutten.“
 
„Irgendwie hab ich in dieser Gesellschaft nie einen Platz für mich gesehen. Ich kann an den Menschen nichts finden. Ich will mich nicht anpassen, ich will mich nicht in die Pflicht nehmen lassen, und ich hab kein Ziel im Leben.“
 
„Langweilen tun sich nur Menschen, die selber langweilig sind. Sie müssen sich dauernd auf etwas stürzen, um sich lebendig zu fühlen.“
 
„Das Problem mit Männern, die in Kneipen rumhängen und tanzen, ist nur, dass sie nicht mehr Verstand haben als ein Bandwurm … Sie sind Opfer des Rituals … Das Ritual der fehlgeleiteten Energie.“
 
„Man musste kein Trinker sein, um von einer Frau abserviert zu werden; aber man konnte jederzeit einen Tiefschlag verpasst bekommen, der einen zum Trinker werden ließ.“
 
„Was Männer und Frauen einander antaten, war wirklich nicht mehr zu begreifen.“
 
„Man muss wissen, was eine Frau wirklich meint, auch wenn sie scheinbar was ganz anderes sagt. Das lässt sich nicht lernen.“
 
„Alle Schriftsteller sind Blödmänner. Deshalb schreiben sie ja so viel … Sie schreiben, weil es so viele Dinge gibt, die sie nicht verstehen.“
 
„Mein einziger Ehrgeiz ist, nichts zu sein. Das finde ich am vernünftigsten.“
 
„Wir hatten vergessen, zum Friedhof zu fahren und zuzusehen, wie sie den Alten ins Loch steckten. Das hatte ich mir eigentlich ansehen wollen. Es war schließlich das einzig Gute an der ganzen Geschichte.“
 
„‚… du musst dir ne Arbeit suchen.’
‚Aber du arbeitest doch auch nicht.’
‚Mich darfst du nicht als Maßstab nehmen. Das ist ein Fehler, den die meisten machen.’“
 
„‚Kennst du überhaupt kein Mitgefühl?’
‚Die einzigen, die sich damit auskennen, sind die, die es brauchen.’“
 
Meine Beziehung zu Bukowski
„Wenn ich mit dir geredet habe, geht mirs jedes Mal besser.“
 
„Gedichte vom südlichen Ende der Couch“ (Gedichte)

„Ich ging in Museen und sah mir die großen Gemälde an und war gelangweilt. Das machte mir nichts aus. Ich fand, dass nicht mir was fehlte, sondern denen.“
 
„Hör mal, du sitzt nur rum und sagst nichts … Also da stimmt doch was nicht, wenn du nur rumsitzt und nichts sagst!“
 
„Ich weiß nicht mehr, in welchem Jahr es war, jedenfalls es sah mal wieder nach einem Krieg zwischen USA und sonst jemand aus.“
 
„Kinder haben viele … das ist wirklich nichts Besonderes. Es ist ziemlich alltäglich. Aber einen guten Roman zu schreiben, das ist was Seltenes und Außergewöhnliches.“
 
„Das Kennenlernen macht viel mehr Spaß als die Trennung, doch eine Trennung ist wichtig, wenn man sich sein Leben auf eine gewisse Art bewahren will.“
 
„Wenn meine Alte loszieht und einen fickt … steig ich einfach in meinen Schlafanzug, zieh mir die Bettdecke hoch und geh schlafen … Ist doch nur ein Loch … Du machst dir zu viele Gedanken.“
 
„Du musst tanzen lernen, denn Frauen sehen eine Beziehung zwischen Tanzen und Ficken. Sie denken, wenn einer gut tanzt, kann er auch gut ficken … Bei einer Frau … musst du immer so tun, als wärst du schwer zu kriegen. Du musst dich uninteressiert geben. Wenn sie bei dir erst mal durchblickt, ist sie fertig mit dir. Sie muss ein Problem haben an dem sie arbeiten kann.“
 
„Den Göttern kommt das große Kotzen“

„Geld wird nur zum Problem, wenn man entweder zu viel oder zu wenig hat.“
 
Autoren
„Es gibt zu viele, die zu vorsichtig sind. Sie studieren das Schreiben, und sie unterrichten es, und es geht ihnen daneben. Die Entscheidung fürs Konventionelle raubt ihnen ihr Feuer.“
 
„Von manchen Leuten habe ich gehört: Was du schreibst, hat mir geholfen durchzuhalten.“
 
„Descartes … Hume … Kierkegaard … Sartre … Ich mag diese Kerle. Sie rütteln an allem. Bekamen sie keine Kopfschmerzen von solchen Gedanken? Rauschte ihnen nicht ein Schwall von Schwärze durch die Zahnlücken? Wenn man solche Männer vergleicht mit den Exemplaren, die ich auf der Straße sehe oder in Cafés oder im Fernsehen, ist der Unterschied so gewaltig, dass ich einknicke wie nach einem Schlag in die Magengrube.“
 
„Die meisten sind auf den Tod nicht vorbereitet; ihren eigenen und den von anderen. Er kommt als Schock und macht ihnen Angst. Als käme es völlig überraschend. Blödsinn. Das sollte es nie sein. Ich trage den Tod in der linken Jackentasche mit mir herum. Manchmal hole ich ihn raus und sage: ‚Baby, wie geht’s so? Wann kommst du mich holen? Ich werde darauf gefasst sein.’“
 
„Der Tod der meisten Menschen ist nichts als leerer Schein: Es ist nichts mehr da, was noch sterben kann.“
 
„Jeffers … Sartre … Ich bin also nie allein. Am besten, man ist allein, ohne vereinsamt zu sein.“
 
„Ich habe etwas in mir, das ich nicht kontrollieren kann. Ich kann über keine Brücke fahren, ohne ans Runterspringen zu denken. Ich kann keinen See und keinen Ozean anschauen ohne den Gedanken an Selbstmord. Als würde im Dunkeln ein Licht angeknipst. Dass es einen Ausweg gibt, hilft dir, an Bord zu bleiben. Kapiert? Andernfalls gäbe es nur noch Wahnsinn. Und das ist nicht lustig, mein Lieber. Jedes gelungene Gedicht ist wieder eine Krücke für die nächsten paar Meter.“
 
„Ich leiste ihr keine gute Gesellschaft, und Unterhaltungen sind nicht mein Ding. Ich will keinen Austausch von Ideen und schon gar nicht von Gefühlen. Ich bin ein Steinquader und mir selbst genug; und als solcher will ich meine Ruhe. So ist es von Anfang an gewesen. Ich wehrte mich gegen meine Eltern, dann gegen die Schule, und dann wehrte ich mich dagegen, ein ordentlicher Bürger zu werden. Egal, was ich in mir habe, es war von Anfang an da. Daran sollte niemand drehen. Damals nicht und heute auch nicht.“
 
„Ob das Geschriebene etwas wert ist, kann am Ende nur der Autor beurteilen. Wenn er auf Kritiker, Lektoren, Verleger und Leser hört, hat er verspielt. Und wenn er vor lauter Ruhm und Fortüne in Verzückung gerät, kann man ihn gleich im Abwasserkanal entsorgen.“
 
„Es gibt aber nicht so viel, worüber man reden kann. Es gibt allerhand, worüber man schreiben kann; aber nicht reden.“
 
„Ich wurde müde. Sachen ansehen ist für mich ermüdend. Kaufhäuser machen mich fertig und stampfen mich platt. Tonnenweise Krempel. Nicht zu gebrauchen. Sogar geschenkt würde ich es nicht nehmen. Wieso verkaufen die nie etwas, das einen anspricht?“
 
„Dass ich mal rauskomme, zwingt mich auf Tuchfühlung mit der Menschheit, und wenn du die aus der Nähe siehst, musst du einfach reagieren. Es ist nicht zum Aushalten. Eine Horror-Show ohne Ende. Sicher, ich langweile mich da draußen und fühle mich terrorisiert, aber ich bin auch gewissermaßen ein Studierender. Ein Scholar der Hölle.“
 
„Die Hauptaufgabe für Philosophen ist, ihre Sprache menschlicher zu machen, zugänglicher; dann bekommen die Gedanken mehr Leuchtkraft und werden noch interessanter. Ich denke, sie kommen langsam dahinter. Einfachheit ist der Schlüssel.“
 
„Es wird immer Leute geben, die den hirnlosen Teil der Bevölkerung in Schutz nehmen, weil ihnen nicht klar ist, dass es sich um Hirnlose handelt. Und zwar begreifen sie es deshalb nicht, weil sie selber welche sind. Wir haben eine stark verblödete Gesellschaft, und das ist der Grund, warum sie sich so aufführen und so miteinander umgehen. Gut, ist ihre Sache, soll mir egal sein – wenn ich bloß nicht dauernd über sie stolpern würde.“
 
„Ich glaube, man muss ab und zu mit dem Gesicht im Dreck landen. Ich denke, man muss wissen, wie es im Knast und im Krankenhaus ist. Ich finde, man muss wissen, wie es ist, wenn man vier oder fünf Tage nichts zu essen hat. Ich meine, das Zusammenleben mit wahnhaften Frauen ist gut fürs Rückgrat.“
 
„Schreiben ist noch besser als Trinken. Und beides gleichzeitig – das hat schon immer die Wände zum Tanzen gebracht.“
 
„Wenn ich anfange, an meinen Fähigkeiten im Umgang mit dem Wort zu zweifeln, lese ich einfach etwas von einem Kollegen und stelle fest, dass ich keinen Grund zur Sorge habe.“
 
„Ich behaupte, dass alles, was ich schreibe, literarisch ist, sogar wenn ich versuche, es nicht literarisch wirken zu lassen.“
 
„Habt ihr gewusst, dass Katzen zwanzig Stunden am Tag schlafen? Kein Wunder, dass sie besser aussehen als ich.“
 
„Was für ein gottverdammt trauriger Ort. Aber das sind ja die meisten. Ganze egal, wohin man geht. Gut, du kannst nach Hause gehen und dich einschließen. Aber dann kriegt deine Frau Depressionen. Oder sie werden noch schlimmer.“
 
Hank mit 72 Jahren
„Ich brauchte das Schreiben als Ventil, als Unterhaltung, als Befreiung. Als Sicherheit. Ich brauchte sogar die verdammte Arbeit, die es mir machte. Die Vergangenheit galt nichts, Reputation war Nebensache. Entscheidend war der nächste Satz. Und wenn der nicht kam, war ich erledigt, auch wenn ich technisch gesehen noch lebte.“
 
„Ich gewöhnte mir beizeiten ab, nach der Traumfrau zu suchen. Ich wollte nur eine, die kein Albtraum war.“
 
Auszug Tagebucheintrag 27.02.1993, 0:56 Uhr:
„Warum gibt es so wenig interessante Menschen? Warum nicht wenigstens ein paar, unter all den Millionen?  Müssen wir es weiter aushalten mit dieser öden, schwerfälligen Spezies? Ihre einzige Leistung scheint Gewalt zu sein. Darauf verstehen sie sich ja soo gut. Da blühen sie auf. Stinkende Blumen, die uns jede Chance vermasseln. Es macht mir Probleme, dass ich dauernd mit ihnen Umgang haben muss. Wenn ich will, dass das Licht angeht, dass mein Computer repariert wird, die Klospülung funktioniert. Wenn ich mir einen neuen Reifen kaufen, einen Zahn ziehen oder den Wanst operieren lassen will. Ich brauche das Scheißvolk für die kleinen notwendigen Dinge, auch wenn ich sie abschreckend finde. Und das ist milde ausgedrückt.“
 
Abschlussworte
„Ich weiß noch, wie ich eines Tages einen langen wütenden Brief von einem Mann bekam, der meinte, ich hätte kein Recht zu sagen, dass Shakespeare nicht gut ist. Zu viele junge Menschen würden mir glauben und sich dann nicht mehr die Mühe machen, etwas von Shakespeare zu lesen. Ich hätte kein Recht zu so einer Haltung. Er hörte gar nicht mehr auf. Ich gab ihm keine Antwort. Aber ich werde es hier tun: Du kannst mich mal, Kumpel. Und Tolstoi find ich auch nicht gut!“
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